Zwei Möglichkeiten karmischer Dynamik

Es gibt zwei Möglichkeiten, karmische Dynamik zu entfalten: das Karma zu verschlimmern, so dass es spürbarer wird, oder das Karma zu lösen, indem die Ordnungsgesetze der Schöpfung eingesehen und befolgt werden.

Es ist eine Frage der Selbstwahrnehmung: Bleiben wir in Reaktionen gefangen, fühlen uns dementsprechend als Opfer, oder erfassen wir den immer wiederkehrenden Schicksalsstrudel als Folge eigener Einstellungen und Entscheidungen? Alle schlimmen Begegnungen, Unglückssträhnen, haben nur den einen karmischen Sinn, dass wir innehalten und bemerken, dass wir eine Wahl haben.

Aus Selbstwahrnehmung folgt Eigenverantwortung – Umschalten auf ein Leben, das wir
mögen. Denn  ein ungeliebtes Leben führt zum körperlichen Rückzug aus diesem Leben,zur Selbstsabotage, um sich zu entziehen. Krankheit, schnelles Altern… Lebensverlust, doch keine karmische Lösung, sondern verstärktes Karma durch Groll, Widerstand, Abwehr, Angst.

Doch auch dieser wichtige Schritt der Eigenverantwortung beinhaltet noch nicht die karmische Lösung, die darin besteht, zur Schöpfungsordnung zurückzukehren. Der eigene Körper signalisiert alle Abweichungen durch Fehleinstellungen in Haltung und Stoffwechselstörungen, wenn irgendetwas eben nicht stimmt. Ein weiteres Hinweisschild bildet das Umfeld, welches womöglich stört und beeinträchtigt. „Darüberstehen“ mag eine Distanz aufbauen, dass Störendes seinen Einfluss verliert, jedoch eine karmische Lösung ermöglicht es nicht. Denn alles, was ausgegrenzt wird, erhält um so stärker Einlass in nächsten Lebensphasen. Kein Deal, auch kein esoterischer, entlässt uns aus der Notwendigkeit, uns gemäß der Schöpfungsordnung auszurichten. Ehrfucht vor dem Leben schließt Ehrfucht vor dem eigenen KörperSein mit ein. Alle Ebenen des menschlichen Seins bedürfen den Raum der Schöpfung, um MenschSein zu erfüllen.

Foto: Jordy Meow